Auf ins neue Jahr

Auf ins neue Jahr
Auf ins neue Jahr

Auf ins neue Jahr

Die Gläser klirren, draußen kracht’s, 
das alte Jahr verneigt sich sacht.
Ein letzter Blick, ein kurzer Schwung -
dann tanzt die Zeit im Neujahrsprung.

Die Mützen schief, die Herzen weit,
die Uhr tickt Richtung Fröhlichkeit.
Das Lachen steigt durchs ganze Haus,
Silvester holt aus allen den Spaß heraus.

Wir stoßen an - auf Jetzt und Hier,
auf gute Laune, mit Sekt und Bier.
Was kommt, das kommt. Was war, war fein.
Und morgen darf’s auch später sein.

© Christopher Steffler


Zwischen zwei Jahren

Zwischen zwei Jahren
Zwischen zwei Jahren

Zwischen zwei Jahren

Die Straßen klingen fern und klein, 
als würd die Welt woanders sein.
Ich sitz am Fenster, ganz bei mir,
der Abend schweigt - und ich mit dir,
mein stilles Herz, mein altes Jahr,
so nah und doch so sonderbar.

Die Uhr tickt leise, Schritt für Schritt,
als nahm sie meine Gedanken mit.
Ich zähl, was war, und merk dabei:
Manches blieb schwer, manches ging frei.

Und wenn die Nacht dann Funken streut,
die niemand sieht und niemand deut’,
Dann atme ich einmal tief und klar,
für das, was kommt im neuen Jahr.

© Christopher Steffler


Sekt, Spaß und vielleicht Erfolg

Sekt, Spaß und vielleicht Erfolg
Sekt, Spaß und vielleicht Erfolg

Sekt, Spaß und vielleicht Erfolg

Der Wecker sagt: „Das Jahr ist voll, 
ich fand’s ganz gut, doch manchmal… lol.“
Die Uhr ruft: „Los, wir müssen weiter!“
Der Sekt macht plötzlich ungeheuer heiter.

Die Vorsätze stehen schon bereit,
in frisch gebügelter Zuversicht.
Doch morgen früh - man kennt die Zeit -
vergessen wir sie wieder nicht… äh… doch. Vielleicht.

Und trotzdem stoßen wir fröhlich an:
Auf alles, was passieren kann.
Ein neues Jahr, ein neuer Spaß -
und hoffentlich kein Kater danach.

© Christopher Steffler


Leise zur Ruhe

Leise zur Ruhe
Leise zur Ruhe

Leise zur Ruhe

Das alte Jahr geht leise zur Ruh, 
wir atmen aus und schließen es zu.
Ein kurzer Blick, ein stilles Lachen —
was schwer war, darf jetzt Pause machen.

Das neue Jahr tritt sacht heran,
so wie ein Weg, den man neu gehen kann.
Mit etwas Mut und etwas Zeit
steht vieles offen — wir sind bereit.

© Christopher Steffler


Licht im Rückblick

Licht im Rückblick
Licht im Rückblick

Licht im Rückblick

Ich sehe Bilder, alt und leise, 
sie tauchen auf in dunkler Zeit.
Ein Lächeln auf vertrauter Reise,
ein Schatten, der mich sanft begleitet.

Schon früh verlässt das Licht die Straßen,
doch drinnen wird mein Herz ganz weit.
Ich lasse mich von Ruhe fassen,
und teile sie mit Zärtlichkeit.

Die Tasse warm in meinen Händen,
der Duft von Tee erfüllt das Haus.
Ich spür, wie sich Gedanken wenden,
und alles fällt von mir heraus.

Ein Lied erklingt aus alten Tagen,
die Decke liegt wie sanftes Glück.
Ich muss nicht viel, muss nichts mehr sagen
nur atmen, Stück für Stück für Stück.

So trägt mich dieser Monat weiter,
mit jedem Abend, still und klar.
Er steigt in mir wie leise Leiter
zu dem, was einst und immer war.

© Christopher Steffler


Novemberlicht

Novemberlicht
Novemberlicht

Novemberlicht

Im Nebel ruht das letzte Blatt, 
die Welt wird weich, wird still, wird matt.
Ein Hauch von Gold in grauer Luft,
verweht im Wind, der leise ruft.

Die Bäume stehen wie Gedanken,
in Zwischenräumen, die sich ranken.
Ein Licht, so klein, beginnt zu glühen -
nicht außen, nein: in uns, im Mühen.

Der Tag verneigt sich ohne Klang,
die Zeit wird weit, der Schritt wird lang.
Und was sich löst, fällt nicht ins Nichts -
es wandelt sich. Es wird zu Licht.

© Christopher Steffler


Wo niemand mehr

Wo niemand mehr
Wo niemand mehr

Wo niemand mehr

Am Rand des Morgens, wo Nebel verweht, 
geht ein Gedanke, der leise steht.
Kein Ruf, kein Klang - nur atmendes Licht,
das sich in alten Namen bricht.

Der Tisch bleibt gedeckt, dein Platz bleibt leer,
nur Nähe bleibt, wo niemand mehr.
Die Zeit, sie faltet sich still zurück,
in einen Blick, in ein Stück Glück.

Was bleibt, ist nicht das große Wort,
nicht Trost, nicht Ziel, nicht ferner Ort -
es ist das Schweigen, das uns kennt,
wenn sich Erinnerung leise brennt.

Ein Blatt, das fällt, ein Wind, der ruht,
ein Herz, das fragt, ob’s richtig tut.
Und doch: Wir gehen, nicht allein -
im Licht, das war, darf Hoffnung sein.

© Christopher Steffler


Still ist der Tag

Still ist der Tag
Still ist der Tag

Still ist der Tag

kein wort, das drängt 
kein licht, das schreit

ein wind, der weiß
woher wir kamen
und wohin wir gehen

zwischen den gräbern
blüht das vergessen
wie eine handvoll moos

wir stehen
und schweigen
und sind

© Christopher Steffler


Allerheiligen

Allerheiligen
Allerheiligen

Allerheiligen

Die Namen sind leise geworden. 
Sie stehen noch da,
in Stein, in Licht, in uns.

Ein Wind geht durch die Zweige,
trägt nichts fort, bringt nichts zurück.
Nur das Rascheln bleibt.

Rote Kerzen flackern auf kaltem Granit.
Nicht als Zeichen, nur als Atem.

Und wer heute geht, geht nicht allein.
Die Stille kennt jeden Schritt.

© Christopher Steffler


Die Ruhestätten

Die Ruhestätten
Die Ruhestätten

Die Ruhestätten

Rote Kerzen tropfen auf kalten Stein. 
Das Wachs kennt keine Namen mehr.

Zwischen den Gräbern raschelt etwas,
nicht Wind, nicht Tier, nur Klang.

Die Ruhestätten sind müde,
ungepflegt,
als hätte das Vergessen Wurzeln geschlagen.

Eine Krähe sitzt auf einem Grabstein,
blickt nicht, ruft nicht, bleibt.

Und irgendwo
zwischen Schritt und Schatten
verliert sich die Richtung.

© Christopher Steffler