Zerbrechliche Macht

zerbrechliche Macht
zerbrechliche Macht

Zerbrechliche Macht

Er trägt den Sturm im Blick,
nicht, weil er stark ist,
sondern weil er fürchtet,
dass Stille ihn verraten könnte.

Die Schuld ist sein Kompass,
zeigt stets von ihm fort,
damit er sich nicht verirrt,
im Spiegel seiner eigenen Fehler.

Er baut Mauern aus Worten,
nennt sie Prinzipien,
doch sie sind nur Schutzräume,
vor dem Zweifel, der anklopft.

Jede Meinung, die nicht spiegelt,
wird zum Angriff erklärt.
Er kämpft nicht gegen Menschen,
sondern gegen das Gefühl,
nicht genug zu sein.

Und wenn die Lorbeeren fallen,
sammelt er sie hastig ein,
nicht aus Stolz,
sondern aus Angst,
dass niemand sonst ihn sehen könnte.

© Christopher Steffler


Wenn der Sommer atmet

Wenn der Sommer atmet
Wenn der Sommer atmet

Wenn der Sommer atmet

Die Tage liegen warm im Gras,
als hätten sie die Zeit verlernt.
Ein leiser Wind streicht über alles,
was noch nach Frühling duftet
und schon nach Aufbruch schmeckt.

Die Stunden dehnen sich ins Licht,
golden, weich und unentschlossen.
Manchmal flimmert die Welt,
als würde sie kurz vergessen,
wie schwer sie sein kann.

Und irgendwo im warmen Flirren
des Nachmittagslichts
hebt sich ein leises Lächeln,
das nur der Sommer kennt -
ein Atemzug aus Freiheit
und ein Versprechen aus Wärme.

© Christopher Steffler


Hope

Hope
Hope

Hope

Ein Wal im seichten, kalten Meer,
verirrt, erschöpft, kann nicht mehr.
Wir stehen da, so nah, so stumm,
und doch dreht sich die Welt nicht um.

Wir Menschen bauen Lärm und Licht,
doch sehen oft das Ganze nicht.
Ein Wal strandet, und zeigt uns still,
wie sehr die Welt - durch uns - nicht atmen will.

Vielleicht ist Hope ein leiser Ruf,
ein Spiegel, der uns mahnt:
Die Erde trägt uns nicht im Schlaf,
wenn Rettung in Papieren lahmt.

Und wenn sein Name weiterklingt,
im Wind, der über Wellen springt,
dann bleibt vielleicht in uns zurück:
Ein Funken Welt, ein weiter Blick.

© Christopher Steffler


meine persönlichen Worte:

Ein Wal strandet.
Die Welt hält kurz den Atem an.
Und plötzlich wird klar, wie zerbrechlich alles ist,
wie sehr wir uns in Strukturen verlieren,
während ein Lebewesen einfach nur Hilfe braucht.

Hope erinnert uns daran,
dass die Natur keine Fristen kennt,
keine Formulare, keine Zuständigkeitsketten.
Nur Leben… und die Frage, ob wir bereit sind, es zu schützen.

Ich verfolge Hope schon seit einiger Zeit. Es berührt mich, wie still und verletzlich dieses Leben geworden ist. Wie sehr es von Entscheidungen abhängt, die oft zu lange dauern. Ich wünsche mir einfach, dass Hope bald wieder dort sein kann, wo das Meer ihn trägt, wo er wieder Wal sein darf.

Was mich dabei auch traurig macht:
wie verkommen vieles schon wirkt und wie schnell manche Menschen solche Momente nutzen, um sich selbst ins Licht zu stellen, statt das Leben zu sehen, das da kämpft. Ein Wal wird zum Anlass für Reichweite, für Klicks, für Aufmerksamkeit und irgendwo geht dabei das Wesentliche verloren.

Der Hase im Garten

Der Hase im garten
Der Hase im Garten

Der Hase im Garten

Im Garten sitzt ein kleiner Hase, 
das hohe Gras kitzelt seine Nase.
Er versteckt die bunten Eier dort,
und hoppelt fröhlich wieder fort.

Die Kinder können’s kaum erwarten,
wollen zeitig hinaus in den Garten.
Dort suchen sie im Morgengrau,
nach bunten Eiern: rot, grün, blau.

Sie laufen auf und ab, hin und her,
die Nester finden ist gar nicht schwer.
Und jedes Lächeln, das erwacht,
hat der Osterhase mitgebracht.

Jedes Körbchen ist bis oben voll,
das finden die Kinder ganz toll.
Sie freuen sich, hüpfen und lachen,
und lassen den Tag fröhlichen erwachen.

© Christopher Steffler


Frühlingshauch

Frühlingshauch
Frühlingshauch

Frühlingshauch

Ein leiser Wind streift über's Land, 
weckt Blüten aus dem Winterschlaf. 
Die Sonne malt mit warmer Hand, 
ein Gold, das sich in Zweigen traf. 

Die Amsel singt ihr erstes Lied, 
als wolle sie den Morgen krönen. 
Ein zarter Duft von Neubeginn 
liegt über Wiesen, über Höhnen. 

Und irgendwo im stillen Grün 
spürt man, wie alles neu erwacht, 
als würde jede Knospe blühen 
für einen Traum der sanft entfacht. 

© Christopher Steffler


Auf ins neue Jahr

Auf ins neue Jahr
Auf ins neue Jahr

Auf ins neue Jahr

Die Gläser klirren, draußen kracht’s, 
das alte Jahr verneigt sich sacht. 
Ein letzter Blick, ein kurzer Schwung - 
dann tanzt die Zeit im Neujahrsprung.

Die Mützen schief, die Herzen weit, 
die Uhr tickt Richtung Fröhlichkeit. 
Das Lachen steigt durchs ganze Haus, 
Silvester holt aus allen den Spaß heraus.

Wir stoßen an - auf Jetzt und Hier, 
auf gute Laune, mit Sekt und Bier. 
Was kommt, das kommt. Was war, war fein. 
Und morgen darf’s auch später sein.

© Christopher Steffler


Zwischen zwei Jahren

Zwischen zwei Jahren
Zwischen zwei Jahren

Zwischen zwei Jahren

Die Straßen klingen fern und klein, 
als würd die Welt woanders sein.
Ich sitz am Fenster, ganz bei mir,
der Abend schweigt - und ich mit dir,
mein stilles Herz, mein altes Jahr,
so nah und doch so sonderbar.

Die Uhr tickt leise, Schritt für Schritt,
als nahm sie meine Gedanken mit.
Ich zähl, was war, und merk dabei:
Manches blieb schwer, manches ging frei.

Und wenn die Nacht dann Funken streut,
die niemand sieht und niemand deut’,
Dann atme ich einmal tief und klar,
für das, was kommt im neuen Jahr.

© Christopher Steffler


Sekt, Spaß und vielleicht Erfolg

Sekt, Spaß und vielleicht Erfolg
Sekt, Spaß und vielleicht Erfolg

Sekt, Spaß und vielleicht Erfolg

Der Wecker sagt: „Das Jahr ist voll, 
ich fand’s ganz gut, doch manchmal… lol.“
Die Uhr ruft: „Los, wir müssen weiter!“
Der Sekt macht plötzlich ungeheuer heiter.

Die Vorsätze stehen schon bereit,
in frisch gebügelter Zuversicht.
Doch morgen früh - man kennt die Zeit -
vergessen wir sie wieder nicht… äh… doch. Vielleicht.

Und trotzdem stoßen wir fröhlich an:
Auf alles, was passieren kann.
Ein neues Jahr, ein neuer Spaß -
und hoffentlich kein Kater danach.

© Christopher Steffler


Leise zur Ruhe

Leise zur Ruhe
Leise zur Ruhe

Leise zur Ruhe

Das alte Jahr geht leise zur Ruh, 
wir atmen aus und schließen es zu. 
Ein kurzer Blick, ein stilles Lachen - 
was schwer war, darf jetzt Pause machen.

Das neue Jahr tritt sacht heran, 
so wie ein Weg, den man neu gehen kann. 
Mit etwas Mut und etwas Zeit 
steht vieles offen - wir sind bereit.

© Christopher Steffler


Licht im Rückblick

Licht im Rückblick
Licht im Rückblick

Licht im Rückblick

Ich sehe Bilder, alt und leise, 
sie tauchen auf in dunkler Zeit.
Ein Lächeln auf vertrauter Reise,
ein Schatten, der mich sanft begleitet.

Schon früh verlässt das Licht die Straßen,
doch drinnen wird mein Herz ganz weit.
Ich lasse mich von Ruhe fassen,
und teile sie mit Zärtlichkeit.

Die Tasse warm in meinen Händen,
der Duft von Tee erfüllt das Haus.
Ich spür, wie sich Gedanken wenden,
und alles fällt von mir heraus.

Ein Lied erklingt aus alten Tagen,
die Decke liegt wie sanftes Glück.
Ich muss nicht viel, muss nichts mehr sagen
nur atmen, Stück für Stück für Stück.

So trägt mich dieser Monat weiter,
mit jedem Abend, still und klar.
Er steigt in mir wie leise Leiter
zu dem, was einst und immer war.

© Christopher Steffler