
Hope
Ein Wal im seichten, kalten Meer,
verirrt, erschöpft, kann nicht mehr.
Wir stehen da, so nah, so stumm,
und doch dreht sich die Welt nicht um.
Wir Menschen bauen Lärm und Licht,
doch sehen oft das Ganze nicht.
Ein Wal strandet, und zeigt uns still,
wie sehr die Welt - durch uns - nicht atmen will.
Vielleicht ist Hope ein leiser Ruf,
ein Spiegel, der uns mahnt:
Die Erde trägt uns nicht im Schlaf,
wenn Rettung in Papieren lahmt.
Und wenn sein Name weiterklingt,
im Wind, der über Wellen springt,
dann bleibt vielleicht in uns zurück:
Ein Funken Welt, ein weiter Blick.
© Christopher Steffler
meine persönlichen Worte:
Ein Wal strandet.
Die Welt hält kurz den Atem an.
Und plötzlich wird klar, wie zerbrechlich alles ist,
wie sehr wir uns in Strukturen verlieren,
während ein Lebewesen einfach nur Hilfe braucht.
Hope erinnert uns daran,
dass die Natur keine Fristen kennt,
keine Formulare, keine Zuständigkeitsketten.
Nur Leben… und die Frage, ob wir bereit sind, es zu schützen.
Ich verfolge Hope schon seit einiger Zeit. Es berührt mich, wie still und verletzlich dieses Leben geworden ist. Wie sehr es von Entscheidungen abhängt, die oft zu lange dauern. Ich wünsche mir einfach, dass Hope bald wieder dort sein kann, wo das Meer ihn trägt, wo er wieder Wal sein darf.
Was mich dabei auch traurig macht:
wie verkommen vieles schon wirkt und wie schnell manche Menschen solche Momente nutzen, um sich selbst ins Licht zu stellen, statt das Leben zu sehen, das da kämpft. Ein Wal wird zum Anlass für Reichweite, für Klicks, für Aufmerksamkeit und irgendwo geht dabei das Wesentliche verloren.
